Die Kantorin: Beate Rux-Voss

Beate Rux-Voss, Kantorin der evangelischen Gemeinde in der Neckarstadt Mannheim  (Foto: Friederike Hentschel)
Beate Rux-Voss, Kantorin der evangelischen Gemeinde in der Neckarstadt Mannheim (Foto: Friederike Hentschel)

Seit 1. Januar 2021 hat Mannheims größte evangelische Gemeinde wieder eine Kantorin: Beate Rux-Voss, die zuvor in Heidelberg gewirkt hatte, ist Nachfolgerin von Christiane Brasse-Nothdurft.

 

Ihr ist es ein Anliegen, Neues zu entwickeln und Altes zu vermitteln. Sie möchte die Gemeinschaft durch Projekte fördern und mit anderen Akteuren kooperieren. Kantorin Beate Rux-Voss kommt mit großer Erfahrung und vielen Ideen in die Neckarstadt. Zuvor hatte sie knapp sechs Jahre in Heidelberg-Neuenheim und davor mehr als 18 Jahre in Bad Kreuznach gewirkt. Die A-Musikerin mit Leidenschaft für Johann Sebastian Bach spielt etliche Instrumente, hat an vier Hochschulen studiert, schon früh als Organistin Konzerte in ganz Europa gegeben und in Barockorchestern wie der Wiener Akademie mitgespielt.

 

Singen mit Dreijährigen samt Eltern bis zum Seniorenchor, Posaunenchöre und Orchester, Chormusik und Oratorien für Kinder machen ihr gleichermaßen Freude. In Heidelberg, wo besonders ihre Kinderchorarbeit „boomte“, hatte Beate Rux-Voss zuletzt mehrere Kinderopern zu Themen wie Schneewittchen, Aschenputtel und Bunte Vögel komponiert und aufgeführt.

 

Ihr kirchenmusikalisches Jahr hat sie ganz nach „Kalif Storch“ mit dem Motto „Leben im Wandel – Mutabor“ versehen. „Mutabor“ („ich werde verwandelt werden) heißt das Zauberwort, das den verzauberten Kalifen wieder zurückverwandeln soll. Es spricht von der Sehnsucht nach Wandel in einer Zeit, die von Wandel geprägt ist. Doch, so Beate Rux-Voss, sei auch das Gute stark: „die wundersamen Heilsgeschehen an Ostern, Pfingsten oder im Frühling, die Liebe, das Wiedersehen nach langem Alleinsein, die Freude nach langer Trauer, Musik nach langer Stille“.

 

Sponsoren für Orgel-Podcast gesucht

 

Sie befindet sich im 41. (!) Organistenjahr und nahm im letzten Jahr am Internationalen Orgelsommer in Helsinki und Turku/Finnland teil. In der Neckarstadt hat sie die Voit-Orgel in der Lutherkirche verzaubert. Beate Rux-Voss möchte auf ihr Podcasts über Mendelssohns Orgelsonaten machen und sucht dafür noch Sponsoren, wie sie schmunzelnd berichtet.

 

Musik als Verkündigung der frohen Botschaft bedeute ihr viel, sagt Beate Rux-Voss. „In Zeiten von Ängsten und Unsicherheit hoffe ich, dass wir gemeinsam Töne der Ermutigung und Lebensfreude finden und so lebendigen Glauben auch der kommenden Generation vermitteln können.“ Derzeit denkt sie über ein Werk zu Klimawechsel und Nachhaltigkeit nach. Sie wünscht sich, bald viel Musik aufführen zu können.

Tabellarischer Lebenslauf

 

 

Ausbildung:

 Ab 1980            Orgelunterricht in Göppingen, später in Stuttgart
1984                     C-Prüfung
1987–1991       Kirchenmusik-B-Studium in Lübeck (Orgel bei Prof. Haselböck)
1991–1993       Aufbaustudium Orgel in Saarbrücken (Prof. Daniel Roth); Konzertreifeprüfung mit Auszeichnung; Cembalostudium in Saarbrücken (Prof. Gerald Hambitzer)
1993–1995       Studium der Historischen Tasteninstrumente in Stuttgart (Prof. Jon Laukvik) Diplomabschluss
1994–1996        Kirchenmusik-A-Studium in Esslingen         

 

Preise:

1989                  4. Preisträgerin beim internat. Orgelwettbewerb Lahti/Finnland
1990                  1. Preisträgerin beim internat. Georg-Böhm-Wettbewerb Lüneburg
1990                  Possehl-Preisträgerin der Stadt Lübeck
2000                  Kulturpreis der Stadt Bad Kreuznach

 

CD-Einspielungen (in Auswahl):

1991                  Solistische Einspielung von Orgelwerken von Jehan Alain

1998                  Einspielung einer CD mit zeitgenössischen Werken für Schlagzeug und Orgel

2006                  W.A. Mozart: C-moll-Messe mit der Kantorei an der Pauluskirche

2007                  „Weihnachtsoratorium für Kinder“ mit der Kantorei an der Pauluskirche

2012                  Einspielung einer CD mit Musik für Trompete und Orgel 

  

Berufspraxis

Seit 1980        Regelmäßige Orgelvertretungen in Gottesdiensten, u.a. im Lübecker Dom

1991–1993     C-Stelle in Saarbrücken-Altenkessel, Leitung des Chores der kath. Studentengemeinde

1993–1996     C-Stelle an der Friedenskirche in Ludwigsburg

1994–1996      Korrepetitorin bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und dem Kammerchor Stuttgart

Apr.–Aug. 1996  Kirchenmusik-Praktikum in Herrenberg

1996–2015         A-Stelle an der Pauluskirche in Bad Kreuznach, seit 2013 zusätzlich Kreiskantorin des Kirchenkreises an Nahe und Glan

2015-2020          A-Stelle an der Johannesgemeinde Heidelberg-Neuenheim

Ab 2021              A-Stelle an der Melanchthongemeinde Mannheim

Regelmäßig Konzerttätigkeit in ganz Europa

 

 Berufsbegleitende Fortbildungen

 

Meisterkurse in Chorleitung (u.a. bei Eric Ericson, Georg Grün) und Orgel (u.a. bei Guy Bovet, Hans Haselböck, Ewald Kooiman), Kurse in Kinderchorleitung, Pop-Piano, Musik-Vermittlung, Hymnologie